Der Deutsche Kitaverband NRW sieht in dem vorliegenden Gesetzentwurf erhebliche fachliche und strukturelle Schwächen, die einer wirksamen Förderung der betroffenen Kinder entgegenstehen, denn jedes dritte Kind in NRW startet mit sprachlichen Auffälligkeiten in die Schule. Das ist ein Problem, das Antworten braucht – aber die richtigen.

Der Landtag NRW berät morgen, am 20.Mai, das 18. Schulrechtsänderungsgesetz, das verpflichtende schulische Sprachvorkurse für Vorschulkinder einführen soll – die sogenannten ABC-Klassen. Wir haben dazu Stellung genommen: Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig. SWK-Gutachten (2026) und Prognos-Expertise (04/2026) belegen übereinstimmend, dass die Kita der richtige Ort für Sprachbildung ist – alltagsintegriert, in vertrauten Beziehungen, mehrsprachigkeitssensibel. Additive Programme außerhalb der Kita zeigen in Evaluationen regelmäßig nur begrenzte Wirkung.

Stattdessen plant NRW über 220 Mio. Euro jährlich – davon 108 Mio. Euro allein für Kindertransport. Seit dem Ende des Bundesprogramms Sprach-Kitas (2022) fehlen in NRW 1.480 spezialisierte Fachkräfte. Diese Lücke zu schließen wäre der wirksamste erste Schritt.

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