Logo des Deutschen Kitaverbands mit Haus- und Kinder-Symbol.

Hier finden Sie die FAQs zur Kampagne

Frühkindliche Bildung entscheidet maßgeblich über die Zukunft unserer
Gesellschaft – aber das Kita-System in Deutschland ist zersplittert, unterfinanziert und
uneinheitlich geregelt. Der Deutsche Kitaverband will das ändern.

Mit der Kampagne machen wir sichtbar, was Kitas täglich leisten, und verbinden dies mit einem
klaren politischen Ziel: bessere und faire Rahmenbedingungen für Kita-Qualität. Im Zentrum
steht die Forderung nach gemeinsamen Leitbildern für Qualität und einer verlässlichen
Finanzierung, damit alle Kinder – unabhängig von Wohnort oder Träger – die gleichen Chancen
haben.

Gute Kita-Qualität geht über Zahlen wie Gruppengröße oder Betreuungsschlüssel hinaus.
Entscheidend ist, was im Alltag passiert: die Interaktion zwischen Fachkräften und Kindern, die
Förderung von Sprache, sozialen Kompetenzen und Selbstständigkeit.

Für uns umfasst Qualität drei Ebenen: gute (strukturelle) Rahmenbedingungen, eine hohe
pädagogische Prozessqualität und messbare Ergebnisse in der Entwicklung der Kinder. Qualität
entsteht dort, wo Kinder gut begleitet werden – und wo Träger und Kita-Teams die nötigen
Ressourcen haben, um ihre Arbeit professionell zu gestalten.

Qualität darf nicht nur an einzelnen Kennzahlen festgemacht werden. Deutschland braucht ein
ganzheitliches System: Dazu gehören Beobachtungen von Bildungsprozessen, Rückmeldungen
von Eltern, Ergebnisse von Schuleingangsuntersuchungen und die systematische Reflexion in
den Einrichtungen.

Entscheidend ist, dass diese Erkenntnisse zusammengeführt und regelmäßig ausgewertet
werden. Nur so wird sichtbar, wo Kitas gut arbeiten – und wo sie gezielt unterstützt werden
müssen.

Freie Träger betreiben rund zwei Drittel aller Kitas in Deutschland und sichern damit
maßgeblich die Versorgung und Vielfalt im System. Gleichzeitig sind sie strukturell
benachteiligt: Sie müssen häufig Eigenanteile leisten, Finanzierungssysteme variieren je nach
Bundesland stark und sind oft unzureichend.

Steigende Anforderungen bei gleichzeitig unsicherer Finanzierung führen dazu, dass Kita-Träger
wirtschaftlich unter Druck geraten. Ohne faire Rahmenbedingungen droht ein Rückgang der
Vielfalt – und damit weniger Wahlmöglichkeiten für Eltern und Innovationskraft im System der
frühkindlichen Bildung.

Eltern profitieren von einem stabil finanzierten Kita-System. Wenn Kita-Träger verlässlich
finanziert sind, können sie in Qualität investieren, Personal halten und Betreuungsangebote
ausbauen.

Das bedeutet konkret: weniger Zusatzkosten, mehr Verlässlichkeit im Alltag und eine größere
Auswahl an pädagogischen Konzepten. Gleichzeitig verbessert sich die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf – ein zentraler Faktor für gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität.

Die Kampagne kombiniert öffentliche Sichtbarkeit mit gezielter politischer Ansprache.
Wir schaffen Aufmerksamkeit durch Einblicke in den Kita-Alltag und unterlegen diese mit
Fakten, Studien und konkreten Vorschlägen. Parallel führen wir Gespräche mit politischen
Entscheidungsträger:innen auf Bundes- und Landesebene und bringen unsere Themen in
parlamentarische Formate ein.

Ein zentraler Hebel ist die Forderung nach einem bundesweiten Kita-Gipfel, der alle relevanten
Akteure an einen Tisch bringt und konkrete Reformen ermöglicht.

Externe Evaluation ist ein zentrales Instrument für die Träger, um die Kita-Qualität sichtbar zu
machen und gezielt weiterzuentwickeln.

Sie schafft Transparenz, hilft Stärken und Entwicklungsbedarfe zu erkennen und ermöglicht es
Trägern, ihre Einrichtungen systematisch zu verbessern. Dabei geht es nicht um Kontrolle im
Sinne eines „Kita-TÜV“, sondern um Lernen und Weiterentwicklung.

Damit Evaluation wirksam ist, muss sie regelmäßig stattfinden, fachlich fundiert sein und
vollständig finanziert werden.