Bei der öffentlichen Anhörung zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages hat Waltraud Weegmann, Bundesvorsitzende des Deutschen Kitaverbands, die Position des Verbands als Sachverständige eingebracht.
Der Deutsche Kitaverband begrüßt grundsätzlich, dass die Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung stärker gesetzlich verankert werden soll. Positiv bewertet der Verband insbesondere die alltagsintegrierte Sprachförderung, zusätzliche Ressourcen für Kitas in herausfordernden Lagen und den vorgesehenen Fachberatungsschlüssel.
Gleichzeitig machte Weegmann deutlich, dass neue Anforderungen nur mit einer ausreichenden und dauerhaften Finanzierung umgesetzt werden können. Die derzeit vorgesehene Bundesbeteiligung sinkt im Zeitverlauf und endet 2034. Der Deutsche Kitaverband fordert deshalb eine dauerhafte und dynamisierte Finanzierung sowie eine Anschlussregelung über 2034 hinaus.
Auch bei der Sprachstandserhebung sieht der Verband Änderungsbedarf. Die standardisierte Erhebung sollte drei bis höchstens sechs Monate nach dem vierten Geburtstag stattfinden. Beobachtung und alltagsintegrierte Sprachbildung müssen bereits mit dem Eintritt in die Kita beginnen. Zudem fordert der Verband, den vorgesehenen Fachberatungsschlüssel bereits 2027 einzuführen.
Der Bundestag fasste die Anhörung mit dem Tenor zusammen: Daten allein verbessern noch keine Bildung – entscheidend sind wirksame Förderung, ausreichende Ressourcen und verlässliche Rahmenbedingungen.
Bundestagsbericht zur Anhörung