Landesvorsitzender Wolfgang Freier: Kita-Träger brauchen in außergewöhnlichen Zeiten mehr Unterstützung

Berlin, 6.12.2022. Der Deutsche Kitaverband begrüßt die Bemühungen des Berliner Senats neben der turnusmäßigen Anpassung der Sachkostenblätter durch eine Sonderzahlung die größten Kostenprobleme der Kita-Träger zu lindern. Es wird sich zeigen, ob die Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro pro belegten Platz zum Ausgleich der gestiegenen Kosten ausreichend ist und für die finanziell belasteten Kita-Träger aufgrund der gestaffelten Auszahlung im kommenden Jahr noch rechtzeitig greift.

Für die jetzt angekündigte Anpassung hat die Verwaltung die Durchschnittswerte im Verbraucherindex Berlin zwischen November 2021 bis Oktober 2022 zugrunde gelegt und die ohnehin fällige 1-prozentige Steigerung nach RV-Tag einberechnet. Die realen Zahlen aus dem Verbraucherindex zeigen jedoch: Die Energiepreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat in Berlin um 35 Prozent, Heizöl und Gas stiegen sogar um 92,5 Prozent bzw. 85,3 Prozent. Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20,8 Prozent. Das sind die höchsten Preissteigerungen seit 1991 (Quelle: Verbraucherpreisindex Oktober 2022).

Der Deutsche Kitaverband schlägt daher vor, dass in Zeiten von Inflationsraten von deutlich mehr als 6 Prozent die Anpassung der Kostenblätter nicht mehr jährlich, sondern halbjährlich und bei Inflationsraten jenseits der 10 Prozent quartalsweise erfolgen sollte.

Wolfgang Freier, Landesvorsitzender Berlin: „Wir haben bereits im Mai eine Notfallzulage und die Anhebung der Sachkosten entsprechend des aktuellen Preisniveaus über die reguläre Anpassung hinaus gefordert. Die Senatsverwaltung kommt mit dem Kostenblatt für 2023 nun lediglich ihrer turnusmäßigen Verpflichtung nach. Eine in der aktuellen Situation dringend erforderliche Anpassung der finanziellen Mittel in Halbjahres- oder Quartalsschritten findet nicht statt.“

Der Landesverband Berlin begrüßt, dass es Härtefallregelungen geben soll. Erste Rückmeldungen von Kita-Trägern zeigen, dass diese höchstwahrscheinlich auch in Anspruch genommen werden müssen.

Wolfgang Freier: „Kinder und Eltern müssen sich auf eine stabile Betreuungssituation verlassen können. Wenn die Politik – wie bei Corona – nachlässig und träge agiert und den Liquiditätsbedarf nicht kurzfristig deckt, stehen wir vor der nächsten Katastrophe. Die jüngsten Veröffentlichungen zur Betreuungssituation und zu den Leistungsniveaus von Grundschülern haben gezeigt, welche große Bedeutung die Kita als Bildungseinrichtung hat. Bildung fängt bereits in der Kita an.“

 

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